Ess- und Kaffeegeschirre I - Was ist Porzellan?

Ess- und Kaffeegeschirre sind in unterschiedlichen Materialien auf dem Markt. Neben dem in der Überschrift angegebenen Material gibt es z. B. auch Keramik, Steingut, Hartglas oder Melamin. Hier wollen wir jedoch speziell auf Porzellan eingehen:

  • Hartporzellan besteht in etwa zu 50% aus Kaolin (Tonerde) und je zu 25% aus Feldspat (Glimmerstein) und Quarz. Hartporzellan wird etwas höher gebrannt und ist der Standard für Geschirr.
  • Weichporzellan besteht aus etwa 25% Kaolin, 45% Quarz und 30% Feldspat und bedarf niedrigerer Brenntemperaturen, eher für Zierplastiken.

  • Bone China hat durch Zugabe von Knochenasche etwas höhere Elastizität und Glanz.

  • Produktion erfolgt in der Regel in mindestens 2 Brennvorgängen. Nach der Formung und Trocknungsphase erfolgt üblicherweise der erste 18-20-stündige Brand bei etwa 900 - 1.000 °C. Danach erfolgt die Glasur. Die Glasurflüssigkeit besteht oft aus 10 oder mehr Komponenten, die allerdings im Grunde Glasmasse entsprechen. Der anschließende Glattbrand erfolgt je nach Art des Porzellans zwischen 1.100 und 1.480 °C während etwa
    8 - 16 Stunden in Kammeröfen. Alternativ wird industrielles Porzellan in 80 - 120 Minuten durch einen 40 – 80m langen Tunnelofen gefahren. Eine Ausnahme bildet das
    1-Brandverfahren (welches z. B. von Villeroy & Boch bevorzugt wird), bei dem die Glasur gleich auf den Rohling aufgebracht wird und dann in einem Schnellbrandtunnelofen bei 1.100 – 1.200 °C für 5 – 8 Stunden gebrannt wird. Dieses Verfahren senkt den Energieverbrauch, ist allerdings äußerst problematisch in Hinblick auf die Glasurqualität.
      
  • Dekorporzellan wird in 3 Varianten erstellt. Unterglasur wird vor dem Glasurauftrag erstellt, Inglasur wird auf die Glasur aufgetragen und sinkt beim Brand in die Glasur ein.
    Vorteil: diese beiden Methoden erreichen die höchste Haltbarkeit. Nachteil: das Farbspektrum ist relativ gering, da nur wenige Farben Temperaturen über 1.100 °C vertragen.
    Die Aufglasur wird bei komplexen farbenfrohen Dekoren angewandt und wird nach dem Glattbrand aufgetragen. Je nach Komplexität gibt es dann eventuell mehrere Farbaufträge und mehrere Brände bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen von etwa 850 °C.
    Vorteil: komplexe, vielfarbige Dekore. Nachteil: nicht so lange Dekorhaltbarkeit.

ARC France bietet sein Porzellan als „Extra Strong Porcelain“ an. Dabei handelt es sich auch um ein 2-Brandverfahren. Brenndauer und eventuelle Zusätze sind ein Betriebsgeheimnis. Im Ergebnis soll jedoch laut Herstellerangabe im Vergleich zu herkömmlichem Porzellan die Kantenbruchfestigkeit, die Kratzfestigkeit und die Bruchfestigkeit höher sein.
Das C&S -Porzellan wird grundsätzlich in einem leichten Cremeton produziert.

Zuletzt aktualisiert am 31.03.2021 von Thomas Scherf.

Zurück