Meine Trinkgläser werden trüb, woran liegt das?

Bei der Benutzung kann sich im Laufe der Zeit auf den Gläsern eine graue Schicht bilden. Diese Beeinträchtigung kann zwei Ursachen haben.
Zum einen können reversible Trübungen durch Kalkablagerungen vorliegen, zum anderen kann es sich um irreversible Glaskorrosion handeln.

Die reversiblen Kalkablagerungen entstehen, wenn für den Betrieb der Spülmaschine bei entsprechend hohen Rohwasserhärten keine geeignete Wasseraufbereitung verwendet wird. Die im Wasser enthaltenen Kalkbildner gelangen so auf die Gläser und setzen sich während der Trocknungsphase an der Glasoberfläche ab. Da Reiniger auch über Härte bindende Eigenschaften verfügen, lässt sich diese Kalktrübung mit einer ausreichenden Reinigerdosierung vermeiden oder zumindest verzögern.
Mit ein wenig Säure in geringer Konzentration können Kalktrübungen rückstandsfrei entfernt werden. Die Kalktrübung zeigt aber zugleich auch, dass das Wasser zu viele Härtebildner, wie Kalzium- und Magnesiumionen, enthält. Es sollte entsprechend enthärtet bzw. entsalzt werden.

Bei der Glaskorrosion handelt es sich um eine optisch erkennbare Eintrübung des Glases, die sich nicht mehr entfernen lässt. Es handelt sich bei dieser Erscheinung um eine irreparable Schädigung der Glasoberfläche, welche nach häufigem Spülen in einer Geschirrspülmaschine auftreten kann. Die Trübung des Glases entsteht durch das Herauslösen
von Glasbestandteilen bzw. durch einen unterschiedlichen Abtrag aus der Glasoberfläche. Zurück bleibt eine Schicht mit unterschiedlichem Brechungsindex, welche das menschliche Auge als Trübung wahrnimmt. Glaskorrosion entsteht nicht spontan während eines einzelnen Spülvorganges, sondern kontinuierlich über eine Vielzahl von Spülgängen. Die Trübungen sind nicht immer gleichmäßig über das ganze Glas verteilt, sondern treten bevorzugt an herstellungsbedingt thermisch nachbehandelten Bereichen auf (z.B. Mundrand).
Glaskorrosion kann sowohl bei sehr hochwertigem als auch bei einfachem Glas auftreten, bestimmte Glastypen, wie das einfache Natronkalkglas sind allerdings stärker anfällig für Glaskorrosion, andere Typen wie Kristallglas oder Borosilikatglas sind dagegen weniger empfindlich. Schon Wasser allein kann unter den Bedingungen des maschinellen Geschirrspülens Glaskorrosion verursachen. Durch den Einsatz spezieller Gläserreiniger werden Glastrübungen und Dekorschäden verzögert.

Hinsichtlich der Dosierung des Reinigers und Klarspülers sind unbedingt die Angaben der Spülmittelhersteller zu beachten. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass sich Unterdosierungen im Allgemeinen ungünstiger auf die Widerstandsfähigkeit von Gläsern und Dekoren auswirken als Überdosierungen; aber Überdosierungen verbessern nicht das Ergebnis, sie
sind unwirtschaftlich und abwasserbelastend.
Trinkgefäße sollen stets leicht schräg in die Geschirr- bzw. Gläserkörbe der Maschinen eingestellt werden, damit in den Vertiefungen der Standflächen keine Wasserreste zurückbleiben. Auch kleinste Wasserreste aus einer im übrigen spülmaschinengerechten Standfläche können ein gutes Klarspülergebnis schon wieder zunichte machen.
Unsachgemäßes Einordnen der Gläser in die Geschirr- bzw. Gläserkörbe ist die Hauptursache von Glasschäden.
Um eine Wiederanschmutzung im Spülprozess zu vermeiden, ist ein regelmäßiger Wasserwechsel erforderlich.
Gläser sollten in einer Gläserspülmaschine mit speziellen Gläserreinigern gereinigt werden, da die Bedingungen in einer Geschirrspülmaschine für Essgeschirre für das Spülen von Gläsern nicht ideal sind:
- Die Beseitigung angetrockneter Speisen- oder Getränkereste erfolgt in Gschirrspülmaschinen durch eine längere Spülzeit in der Reinigungsphase.
- Durch die höheren Temperaturen und intensiveren Spülmittel, wie sie bei Geschirrspülmaschinen verwendet werden, wird die Gebrauchsdauer des Glases stark verkürzt.

Fachlicher Rat ist daher schon bei der Auswahl und Anschaffung von Gläsern einzuholen.
Bei Wasser mit einem niedrigen Gesamt-Salzgehalt wird mit richtig eingestellter Klarspülerdosierung ein gutes Trockenergebnis erreicht. Es ist aber zu beachten, dass das Glas nicht innerhalb, sondern außerhalb der Gläserspülmaschine trocknet.
Probleme, bedingt durch zu hohen Gesamt-Salzgehalt des Wassers, sind nur durch eine Klarspülung mit teil- oder vollentsalztem Wasser zu lösen.
Insgesamt sollte der Spülprozess nicht länger als 150sec. betragen. Die Spülmaschine ist nach dem Spülvorgang sofort zu öffnen, so dass der Wrasen entweichen kann. Verbleiben die Gläser nach Programmablauf in der Maschine, so wird sich sowohl der Wrasen, als auch der aus dem Tankwasser aufsteigende Wasserdampf als Kondenswasser auf den Gläsern niederschlagen, was eine zusätzliche Belastung der Glasoberfläche darstellt. Außerdem wird das Eigentrocknungsverhalten der Gläser negativ beeinflusst. Gläser sollen nicht über Nacht in der Spülmaschine verbleiben.

Es empfiehlt sich, die Aussagen der Glashersteller bezüglich der Spülmaschineneignung zu beachten.

(Quelle: Auszüge vom Merkblatt "Gewerbliches Spülen & Planung" der VGG / www.vgg-online.de)

Zuletzt aktualisiert am 25.11.2020 von Thomas Scherf.

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