Welche generellen Formen gibt es bei Weingläsern?

Weingläser gibt es in zahllosen Formen. Hier ist nicht immer nur die Geschmacksentfaltung vorrangig, sondern auch Optik und Design. Wenn man jedoch nach Geschmacks- und Aromaentfaltung geht, gibt es einige allgemeingültige Regeln:

Rotweingläser sind grundsätzlich bauchig und großvolumig. Sie verfügen über eine relativ große Öffnung (das ist jedoch nicht die weiteste Stelle, welche eher am Bauch ist). Durch die große Öffnung wird er besser belüftet, kann „atmen“ und sich entwickeln. Auch wird der Wein immer nur bis zur weitesten Stelle des Glases eingeschenkt. So bietet sich die größte Oberfläche zur Interaktion zwischen Wein und Luft. Je voller und komplexer das Aroma, desto größer sollte der Durchmesser sein. Durch die bauchige Form ist der Kelch trotz weiter Öffnung etwas zugezogen und so kann sich das Aroma gut im oberen Kelchbereich halten.

  • Standardglas – der Allrounder für leichte, fruchtbetonte Rotweine wie Chianti oder Dornfelder.

    Beispiele: Cabernet Tulip 58cl / Open Up Pro Tasting 32cl / Taste 1 49,7cl

  • Bordeauxglas - Tanninreiche, charaktervolle Weine brauchen Luft. Der Kelch des Bordeauxglases ist deshalb groß und bauchig, somit bietet er viel Platz zum Schwenken, was die Luftzufuhr erhöht. Auf diese Weise werden die Kraft, Dichte, Extrakt und Tannin optimal mit der Frucht des Weins in Einklang gebracht. Die Form des Glases eignet sich zum Servieren von Bordeaux, Rioja, Brunello, Barolo, Cabernet Sauvignon, Shiraz, Merlot oder Zweigelt.

    Beispiele: Cabernet Supreme 62cl / Open Up Tannic 55cl / Taste 130 65,6cl

  • Burgunderglas - Burgunderweine sind kraftvolle, distinguierte Weine. Diese ausdrucksstarken Weine, die meist über 13 Volumenprozent Alkohol haben, brauchen viel Luftzufuhr. In den sehr großzügig gestalteten, ballonförmigen Kelchen kann sich das vollmundige, fruchtige Aroma des Weins optimal entfalten. Dank des stabilen Stiels kann man das Glas zudem bequem schwenken, ohne dass die Temperatur des Rotweins durch Berührung des Kelches verändert wird.

    Das Glas ist außerdem für Pinot Noir, Barbera, Blaufränkisch oder Gamay geeignet, aber auch kräftige Weißweine, wie in Barrique ausgebauter Chardonnay, oder alte, in Holz gelagerte Rieslinge, lassen sich in diesem Glas adäquat präsentieren.

    Beispiele: Cabernet Abondant Burgund 70cl / Cabernet Ballon 70cl / Taste 140 78,2cl


Da Weißweine selten belüftet werden müssen, ist der Kelch eher kleiner und weniger bauchig geformt. Wichtig ist, dass man „viel“ Stiel zum Anfassen hat, damit man die Temperatur nicht negativ beeinflusst. Da Weißwein in der Regel kühl temperiert trinkt, würde der Griff an den Kelch den Wein sehr schnell erwärmen.

  • Eigentlich gibt es daher nur die „Standardform“, kleinerer nicht bauchiger Kelch.

    Beispiele: Vina 26cl / Cabernet Tulip 25cl / 35cl, Sublym 25cl / Taste 0 35,6cl

  • Eine Ausnahme ist der Rieslingkelch - Für gereifte, mildfruchtig ausgebaute Rieslinge empfiehlt sich ein Glas mit schmalem Kelch und leicht ausgestelltem Mundrand. In ihnen kann der zarte Duft komprimierter in die Nase gelangen. Der Rand sorgt dafür, dass Fruchtaromen und Säurespiel auf der Zunge besser wahrgenommen werden. Dieses Glas ist leider aus der Mode gekommen und kaum noch im Programm.

    Beispiele: Fiori 29cl / Selection 132 34,5cl

Zuletzt aktualisiert am 01.12.2020 von Thomas Scherf.

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